Cours Diversité et inclusion (CE)
Exercice d'application

Compréhension écrite

Le sujet porte sur l’axe 7 du programme : Diversité et inclusion.

 

a) Lesen Sie den Text. Geben Sie wieder, was Sie verstanden haben. Beachten Sie dabei folgende Punkte:

-  den Künstler und seine Aktionen;

-  den Auslöser1 für dieses Engagement;

-  die Ziele und Motivationen für diese Aktionen.

a) „Das hat natürlich Wellen geschlagen“ (Zeile 7).
Warum hat die Aktion „ Bilder mit den Händen sehen” Sensation gemacht?

b) „Inklusion“ steht im Gegensatz zu „Exklusion“. Inwiefern kann man im Falle von Horst Müller von „inklusiver Kunst“ sprechen?

 

Texte : Bilder mit den Händen sehen

Verein « Gemeinsam inklusiv aktiv » zeigt Werke von Horst Müller im Foyer der Hochschule21 in Buxtehude.

„Heutzutage”, sagt Horst Müller, „ist ja jeder ein Künstler”. Er aber wollte etwas Besonderes machen, als ihn 2010 ein bekannter Galeriebesitzer in den USA, wo er während der Wintermonate lebt, erstmals fragte, ob er seine bis dahin nur für sein Privatvergnügen gemalten Bilder bei ihm ausstellen2 wolle. Müller dachte darüber nach – und lud den örtlichen Blindenverein3 zur Vernissage ein.

„Das hat natürlich Wellen geschlagen4”, berichtet der Buxtehuder. Die Blinden meinten zunächst, sich verhört zu haben, als sie eine Einladung zur Gemäldeausstellung bekamen. Das öffentliche Interesse an einer Vernissage von Bildern für Blinde sei dann riesig5 gewesen.

Dabei sind Müllers Bilder, die seit Donnerstag im Foyer der Hochschule21 in Buxtehude zu sehen sind, eigentlich für alle gedacht. Jeder soll damit etwas anfangen können, sagt er: „Ich wollte Sehbehinderte6 und Blinde eben nur nicht ausschließen7.” Er habe sich bewusst für Malerei und nicht für Skulptur entschieden, weil Farbe und Komposition für ihn genauso wichtig seien, wie die haptische8 Erfahrbarkeit seiner Werke. Eines ist eine Art Selbstporträt. Das Gemälde wird von den Händen gehalten – denen des Künstlers, die er als Gipsabdruck9 eingearbeitet hat. Ein differenziert tastender Betrachter dürfte das leicht erkennen.

Niemanden ausschließen – darum geht es auch dem erst im Mai gegründeten Buxtehuder Verein „Gemeinsam inklusiv aktiv” (GIK), dessen erster Vorsitzender Wolfgang Holz mit Ulrich Brachthäuser bei der Vernissage am Donnerstag einleitende Worte sprach. Ziel des Vereins ist es, eine inklusive Kultur zu entwickeln.

Die Themen Wohnen, Leben in der Stadt, Freizeit und Bildung gehörten ebenso dazu wie diese Kunstausstellung, mit der der Verein GIK erstmals öffentlich in Erscheinung tritt10.

„Spannend” findet Vernissagenbesucher Janek Gärtner aus Stade die auf Holz gemalten, gespachtelten und modellierten Bilder, die er, wie es in dieser Ausstellung gewünscht ist, ausgiebig befühlt. Eine Braille-Zeile lässt er sich vom Künstler übersetzen: „Do or do not – there’s no try”.

Einfach machen – das dürfen auch Besucher eines Workshops des GIK für Sehbehinderte und Buxtehuder Fußgängerzone am Has’ und Igel-Brunnen. Jeder, der Lust hat, mit Müllers Anleitung selbst fühlbare Gemälde zu gestalten, ist willkommen. (ari)

Buxtehuder Tageblatt, 30. 08. 2014, S. 17

 

1 der Auslöser : l’élément déclencheur
2 ausstellen= präsentieren
3 der Blindenverein: der Verein: l’association – blind sein : être non-voyant / malvoyant
4 Das hat Wellen geschlagen: cela a fait beaucoup de bruit, cela a suscité de nombreuses réactions
5 riesig= sehr groß
6 behindert= gehandicapt
7 ausschließen= isolieren
8 haptisch = taktil
9 der Gipsabdruck: le moulage en plâtre
10 in Erscheinung treten = sich zeige